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Schwäbische Alb

Schwäbische Alb

Schlösser, Wald und Felsenhöhlen – romantischer Urlaub auf der Schwäbischen Alb

Die Römer nannten sie „Montes Albi“, weiße Berge. Möglicherweise leitet sich daraus der Begriff „Schwäbische Alb“ ab. Wie ein Riesensaurier erstreckt sich das größte Mittelgebirge Württembergs in 200 km Länge vom Riesbecken bis nahe der Schweizer Grenze. Jahrmillionen haben an diesem Juragebirge geformt.

Es ist eine abenteuerliche Landschaft, die den Besucher an den „weißen Steilküsten im grünen Binnenland“ erwartet. Man wandert auf einsamen, samtweichen Wacholderheiden und Schafweiden unter dem Baldachin von lichten Laubwäldern über tief eingeschnittene Täler und Berghöhen mit atemberaubenden Aussichten.

Einblicke in versunkene Welten

Die Alb ist ein Paradies für Geologen und Gesteinsfreunde. Auf felsigen Wegen und in Schieferbrüchen findet man versteinerte Ammoniten, Austern, Muscheln, Schachtelhalme, Fische – vielleicht sogar einen Ichthyosaurus. Das Urweltmuseum Hauff in Holzmaden – direkt an der Autobahn am Aichelberg gelegen – ist Anziehungspunkt für Forscher aus aller Welt. Die Alb spendet für jedermann kostbare fossile Souvenirs, die mehr wert sind als manch nachgemachtes Kunstwerk aus fernen Ländern. Lokale Expeditionen für Feriengäste in diese Urwelt bietet beispielsweise die Statdt Bad Boll an. Doch nicht nur Meere, auch Vulkane waren die Baumeister der Schwäbischen Alb.  Einst gehörte sie zu den vulkanreichsten Gebieten der Erde. Ebenmäßig gedrechselte Basaltkegel,geheimnisvolle Maare und Mulden aus Basalttuft bilden eigentümliche  Zeichen und Markierungen inmitten der Landschaft. Sehenswerte Naturdenkmäler dieser Art sind der „Blautopf“ bei Blaubeuren und der Brenztopf bei Königsbronn.

Wilde Wasser

Stürmisch gebärden sich die dem Neckar zuströmenden Wasser: Killer, Starzel, Eyach, Echatz, Erms, Steinach, Lauter und die obere Fils haben in Jahrmillionen das Land zernagt und zersägt und so den steil abfallenden Albtrauf im Norden ausgeformt. Unendlich weit scheinen hier Buchenwälder die Berge bis ins Tal zu bedecken. Hohenstaufen, Stuifen, Rechberg, Kaltes Feld, Roggental, Helfenstein, Reussenstein, Teck,  Rossberg, Hohenneuffen, Hohenurach, Mädelsfelsen, Echatztal, die Zollernberge und Lembach sind nur einige der  bekannten Stationen für Wanderfreunde entlang dem Albtrauf. Hier eröffnen sich phantastische Ausblicke von Steilklippen mit weißen Felsen, oft bis 400 Meter abstürzend, hinab ins Tal.

Zerklüftete Täler der jungen Donau

Reist man von der Albhochfläche nach Süden, vielleicht durch das romantisch geschlungene Lautertal oder durch das Bäratal der Donau zu, führen die Wege zunächst sanft der Donauabdachung entgegen. Plötzlich ändert sich das Bild. Felswände stürzen in Wiesengründe, aus krausen Waldgürteln stechen weiße Felsnadeln hervor und strecken sich dem Fluß entgegen. Hier hat sich die junge Donau mit dynamischer Kraft ihr Bett in die Kalkwände gekerbt und windet sich nun um die vorspringenden Felsriffe. Malachitgrün gleitet sie durch schmale Auen. Zwischen Tuttlingen und Sigmaringen entdeckt der Wanderer auf Felszinken die Burgen der Fürsten von Fürstenberg, von Zimmern und Sigmaringen-Hohenzollern. Einmalig fügt sich die  Architektur von Jagdschloß Bronnen, Burg Wildenstein oder Schloß Sigmaringen in die Schönheit der Landschaft.

Die Straße durchs Donautal ist von Felstunneln überspannt. Auf weltvergessenen Pfaden steigt man hinauf und hinunter, durchstreift Wälder und Naturschutzgebiete wie das „Irrendorfer Hardt“ und das „Hintelestal“ bei Fridingen. Jede Jahreszeit bringt neue Überraschungen an seltenen Blüten und Pflanzen. Zur Einkehr laden alte Mühlen ein, gemütliche Gasthöfe am Weg oder eine der Klosterbrauereien. Die schönste Reisezeit für Donautal und Albtrauf ist der Herbst. Wenn die Wälder brandrot zu erglühen scheinen, durchsetzt vom Ockergelb und feinem Grün der Nadelhölzer, ist die ideale Zeit für Wanderer und Individualreisende gekommen.

Zauberhafte Welt der Höhlen

Für Familien mit Kindern ist die Schwäbische Alb ein unberührtes Paradies. Hier kann man an Grillstellen Feuer machen zum Würstchen- und Stockbrotbraten, Ammoniten sammeln und zwischen Feldbrocken und eigenartigen Erdöffnungen die phantasievollsten Abenteuerspiele erleben. Dabei kann es passieren, dass man eine der unzähligen Höhlen entdeckt, die das Bergland in seiner Unterwelt birgt. Fast einhundert dieser Höhlen, Grotten und Erdlöchern sind erforscht, ein gutes Dutzend davon sind Besuchern zugänglich. Tropfsteingebilde, die an in  Eis erstarrte Wälder erinnern, Kegel, Syphons, Seen und Schachthöhlen aus mehreren Gesteinsschichten gehören zum Erlebnis dieser Exkursionen. In den Höhlen konservierten sich Waffen und Geräte von Höhlenmenschen und Überreste frühzeitlicher Mammuts, Rentiere und Höhlenbären. Gefahrfrei zu erforschen sind zum Beispiel die „Bärenhöhle“ bei Erpfingen, die „Nebelhöhle“ bei Genkingen, die „Charlottenhöhle“ bei Hürben, die „Tiefenhöhle“ bei Laichingen oder die „Wimsener Höhle“ bei Zwiefalten, die sogar im Boot befahren werden kann. Das Deutsche Höhlenmuseum in Laichingen informiert auf spannende Wiese über die Geologie der Alb, die prähistorische Tier- und Pflanzenwelt und über neuzeitliche Expeditionen und Albhöhlenforschung.

Schwäbische Alb Burg

10 000 Kilometer Waldweg

Man hätte ein Viertel des Erdballs umwandert, würde man die 10.000 Kilometer gut markierter Wege auf der Schwäbischen Alb erwandern. Die Schwaben lieben ihre Alb. Nach ihr ist der größte deutsche Gebirgs- und Wanderverein benannt. Seinem Eifer ist das gepflegte und gut ausgeschilderte Wanderwegenetz zu verdanken. Kartenmaterial, Routenvorschläge und Hinweise auf geführte Wanderungen bekommt man bei der Geschäftsstelle des Schwäbischen Albvereins in Stuttgart (www.albverein.net). Viele Ferienorte bieten geführte Wanderungen auch direkt vor Ort an.

200 Kilometer Schwäbische Albstraße

Wie ein Richtstrahl führt die „Schwäbische Albstraße“ 200 Kilometer von Ost nach West über das Mittelgebirge. Dabei streift sie geologisch, landschaftlich und historisch interessante Gebiete. Ihre Zubringer beginnen in Nördlingen bzw. Aalen, in Tuttlingen bzw. Trossingen. Die Strecke ist mit einer Silberdistel auf  grünem Schild ausgewiesen. Rundfahrten von der Hauptroute werden in reizvollen Kombinationen angeboten.

Die Route wird flankiert von Burg Hohenstaufen und Burg Hohenzollern, die Stammsitze der beiden bekannten Herrschergeschlechter deutscher Geschichte. Die Burg Hohenzollern birgt heute den wertvollen Kronjuwelenschatz deutscher Kaiser und Könige. Grund genug für Gäste aus aller Welt, dort hinauf zu pilgern – ist dieses Bauwerk, kühn an der Spitze eines mächtigen Kegels thronend, doch der Inbegriff einer echten Ritterburg. Auch die Habsburger stehen historisch mit der Alb in Verbindung. Besonders fotogen liegt die Burgruine Teck im Blickfeld bei Kirchheim. Mächtigste Burg der Schwäbischen Alb ist der Hohenneuffen. Albrecht Dürer schuf seine Grundrisszeichnung. Von den heute noch stehenden Bastionen ist der Ausblick atemberaubend. Im Frühling schaut man in ein weißes Meer von Kirschbaumblüten im Neuffener Tal.

In Bad Urach, einem mittelalterlichen Fachwerkstädtchen, hat man zwei Möglichkeiten: die Besteigung des Hohenurach oder den Besuch der aufgeputzten Residenz des Herzogs Eberhard, die heute gern als Konzertsaal genutzt wird. Oder man badet sich gesund in den AlbThermen, dem großen Thermalbad der Stadt.

Märchenhafte Schlösser

Aus Hauffs Romanen bekannt ist das Bilderbuchschloss Lichtenstein. Es liegt auf einem 80 Meter hohen Fels steil über dem Echaztal. Deutschands größte private Waffensammlung ist nur ein Highlight von Schloss Sigmaringen. Gemäldesammlungen, kunstvoll ausgestattete Prunksäle, das Marstallmuseum mit prächtigen Kutschen und Schlitten lassen die verschwenderische Pracht vergangener Adelsherrschaft erahnen.

Noch mehr Schlössser gibt es in der Ostalb zu entdecken. Die Schlösser Baldern, Hellenstein bei Heidenheim, die Kapfenburg und Burg Katzenstein oder das Thurn und Taxis'sche Anwesen haben ihre Tore für Besucher geöffnet. Die Kirchenbauten und Klöster der Gegend haben einen international bedeutenden Ruf. Sehenswert sind das romantische Kloster Lorch mit der Grablege der Hohenstaufen, Gemünd und das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161m) und dem kostbaren Syrlinaltar.

Im Kloster Blaubeuren dokumentiert der prächtige Hochaltar die Ulmer Schule. Die Beuroner Mönche wurden weltberühmt durch die intensive Pflege des heute wieder aktuellen Gregorianischen Chorgesangs. Balthasar Neumann, einer der bedeutendsten Baumeister des Barock, erreichte mit der Abtei Neresheim einen Höhepunkt seines Schaffens.

Die „Straße der Staufer“

Die „Straße der Staufer“, eine gut ausgeschilderte Touristikstraße, führt durch eine der schönsten Gegenden der Schwäbischen Alb. Sie ist etwa 130km lang und berührt nahezu alle bedeutenden Punkte, die eng mit Geschichte, Kunst, Kultur und Politik der Staufer in Verbindung stehen. Wahrzeichen dieses Landstrichs ist der charakteristische Bergkegel des Hohenstaufen. Hier hatten die Staufer seit etwa 1079 ihre Stammburg und Heimat. Der 684m hohe Kaiserberg bietet dem Besucher einen grandiosen Ausblick auf das gesamte Stauferland. Die „Straße der Staufer“ (Göppingen – Bad Boll – Göppingen -Faurndau – Adelberg – Lorch – Schwäbisch Gmünd – Donzdorf – Süßen – Salach – Göppingen – Hohenstaufen) zeichnet den Weg dieses bedeutenden Geschlechts deutscher und europäischer Geschichte des 11. bis 13. Jahrhunderts nach.

Für den Reisenden auf der Alb zeigen sich weitere mittelalterliche Akzente in den Städten wie Tübingen, Reutlingen, Urach, Ebingen und Blaubeuren. Gemütliche kleine Albdörfer und komfortable Feriensiedlungen oder Heilbäder wie Bad Boll, Bad Überkingen, Bad Ditzenbach, Bad Sebastiansweiler und Bad Imnau laden ein zur Rast vom Wandern oder einfach zum Urlaub machen in der einzigartig schönen Ferienlandschaft der schwäbischen Alb.

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